Breath of the Wild im Test für Nintendo Switch

Zelda Breath of the Wild im großen Test für die neue Hybridkonsole von Nintendo. Wie schlägt sich der neueste Ableger der Zelda Reihe für die Nintendo Switch Konsole? Wir haben für euch Hyrule ausgiebig erkundet und sind gegen Ganon angetreten.

Zelda: Breath of the Wild – Hyrule ist riesig

Wir haben den neuesten Teil der Zelda-Reihe für die neue Konsole von Nintendo getestet. Somit waren wir nicht mehr nur an den Fernseher im Wohnzimmer gebunden, sondern haben mit Link auch Hyrule nachts im Bett und in den U-Bahnen von Hamburg erkunden können. Allein dieses Erlebnis ist nicht einfach zu beschreiben. Zum ersten Mal in meinem Leben als Gamer konnte ich ein vollwertiges Konsolenspiel mit riesigem Umfang auch mobil auf dem Screen der Switch spielen. Nintendo hat es dabei wieder einmal geschafft einen ganz eigenen Grafikstil zu kreieren, welcher vielleicht nicht jeden neuen Shader nutzt, aber dafür die Einzigartigkeit der Reihe unterstreicht. Vor allem passt dieser Look von „Breath of the Wild“ einfach perfekt zum Abenteuer mit Link auf der neuen Konsole. Dabei spürt man noch die Entwicklung für die Wii U Konsole, aber hat das Spiel sehr gut für die Nintendo Switch angepasst. Vor allem aber läuft sie dank mehr Leistung mit der Switch im TV-Modus in 900p und hat deutlich weniger Ruckler bei der Darstellung.

Zelda mit einer offenen Spielwelt wie einst beim NES

Offene Spielwelt? Man kann sofort zum Schloss und den Kampf mit Ganon aufnehmen? Die klassischen Dungeons sind Geschichte? Oft redete Entwickler-Legende Eiji Aonuma vom Umbruch bei der Reihe, doch dann wurde es wieder ein klassisches Abenteuer mit Link und den einzelnen Dungeons. Bei „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ hat man nun wirklich das komplette und bekannte Konzept über Bord geworfen und sich auf die Teile fokussiert, welche bei Zelda am meisten Spaß machen: Erkunden, Story und obendrein noch eine frei begehbare Welt. Damit toppt „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ meiner Meinung nach sogar noch „Ocarina of Time“, welches einst für das Nintendo 64 Maßstäbe gesetzt hat und noch immer in vielen Augen das beste Videospieler aller Zeiten ist. Das neue Zelda-Abenteuer hat mich an die Nintendo Switch gefesselt und den Akku leerspielen lassen. Man will einfach immer weiter diese Welt erkunden, den zahlreichen NPCs am Wegesrand helfen und einfach nur durch diese verdammt schöne Prärie in den Sonnenuntergang reiten. Dabei fühlt sich „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ zum Teil auch wie ein gigantisches System an. System?

The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist ein Meisterwerk

Natürlich hat Nintendo wieder enorm viel Liebe zum Detail walten lassen. Hier wurde nicht nur eine Landschaft in 3D konstruiert und mit Texturen versehen, sondern in jedem Winkel wurden wichtige Pflanzen und Extras platziert. Dabei hat man zwar die Freiheit wirklich die Karte selbst zu erkunden und jeden Quadratmeter zu begehen, doch die Entwickler bei Nintendo leiten den Spieler wie von Zauberhand automatisch in dieser offenen Welt zu neuen Aufgaben und wichtigen Orten. Dabei kann man aber nicht sofort zu Ganon marschieren. Erst einmal erhält man von einem weisen Mann ein paar Infos zur Geschichte und der eigenen Person. Das große Plateau von Hyrule ist sozusagen das Tutorial im Spiel und erst mit dem Parasegel kann man alle anderen Bestandteil der Karte auch erreichen. Für den Moment ist man hier gefangen und muss einige Aufgaben erledigen, um dann aber richtig loslegen zu können. Das Tutorial fühlt sich durch das dennoch frei begehbare Plateau aber ungezwungen und wirklich notwendig an. Hier bekommt man das Rüstzeug für das spätere Abenteuer und kann auch schon sterben. Man stirbt übrigens sehr oft bei „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“. Den „Game Over“ Screen sieht man immer und immer und immer wieder im Spiel. Es ist kein besonders leichtes Abenteuer.

Link stirbt nicht gerade selten im Spiel

Besonders am Anfang wird man als Spieler und Fan der Reihe erstaunt sein. Selbst wenige und einfach wirkende Gegner können für das schnelle Ableben von Link sorgen. Waffen gehen mit der Zeit kaputt, man muss Essen zubereiten und sammeln, Gegner agieren clever und in Gruppe und dann ist es vielleicht auch noch kalt und unser Link friert sich den Hintern ab? Man kann bei „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ selbst durch die Kälte sterben, wenn man nicht den passenden Zaubertrank dabei hat. Kleidung ist ebenfalls ein wichtiges Thema im Spiel. Man hat hier nicht nur ein Abenteuer geschaffen mit einer guten Geschichte, sondern auch die Simulation der Spielwelt ist spürbar. Man kann ertrinken, von einem Felsbrocken erschlagen werden, oder auch an Erschöpfung sterben. Man muss mit der Natur interagieren und kann sogar von einem verdammten Blitz getroffen werden. Überall in der Welt haben die Entwickler wichtige Items verstreut und es lohnt sich fast immer jeden Berg einmal zu erklimmen. Erklimmen sollte man dabei auch die einzelnen Türme in jedem Bereich der Karte, damit dieser Teil der Landkarte auch auf der eigenen Map sichtbar wird. Das ist schon allein ein Spiel wert, denn natürlich sind manche dieser Türme gut von Wächtern gesichert und es lauert wieder der schnelle Tod. Erst durch das Spielen der Geschichte erhält man als Link mehr und bessere Gadgets, um weiter in das Spiel vorzudringen. Das ist clever gelöst, zwingt den Spieler auch die Story zu bestreiten und lässt ihm dabei doch die Wahl. Theoretisch könnte man auch den ganzen Tag lang mit Link und einem treuen Pferd durch die Lande reiten und kleine Aufgaben lösen, um der Bevölkerung zu helfen.

Schreine lösen lohnt sich für die Reise

Die Karte ist bekanntlich riesig und selbst mit einem Pferd kann man da schon einmal etliche Minuten unterwegs sein. Ladezeiten gibt es übrigens selten. Nur beim Start des Spiels (kurz), bei den Schreinen (auch kurz) und bei einem Game Over (da muss dann der letzte Speicherpunkt geladen werden). Die Schreine sind im Endeffekt Mini-Rätsel und erfordern auch immer wieder die neu erworbenen Gadgets. Mitunter werden auch die Gyro-Sensoren von der Nintendo Switch eingesetzt und sorgen für einen weiteren Aha-Effekt. Nicht immer sind die Rätsel einfach und so kosten diese Schreine im Spiel manchmal auch richtig Zeit. Ich hatte es da zumindest nicht immer leicht. Vor allem aber wollte ich natürlich immer viel lieber weiter durch die Landschaft wandern, reiten und mich an der Natur ergötzen. Nintendo hat hier aber mit gedacht. Hat man einen Schrein erfolgreich absolviert, so ist er auch gleichzeitig ein Teleportierungspunkt. Löst man den Schrein, so kann man sich jederzeit von einem anderen Schrein dahin zurückteleportieren lassen. Je weiter man im Spiel ist, umso mehr lernt man diese Punkte auf der Karte zu schätzen. So dachte ich beim Spielen immer wieder „Den Schrein mache ich jetzt lieber doch noch. Das ist wichtig.“. Die Entwickler lassen den Spieler zwar frei entscheiden, aber sie haben hervorragende Arbeit bei der Spielmechanik geleistet. Man ist als Link frei, aber selten verliert man sich in der Landschaft. Es gibt immer Etwas zu tun und manche Areale erkundet man automatisch nicht, weil dort die Gegner einfach noch viel zu stark sind.

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Man muss nicht immer den Kampf suchen

Da hinten sind fünf Gegner. Normalerweise würde man diese Bande jetzt mit einem Schwert und Bogen ausschalten. Das ist nicht immer der richtige Weg in „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“. Mitunter ist die eigene Waffentasche leer, es fehlt gerade an Nahrung und diese Gegner sind vielleicht zu stark in der Gruppe? Neben ihnen steht kein explosives Fass, welches gleich mehrere Kandidaten ausschalten würde? Dann lohnt es sich oft einen Bogen um diese Gefahr zu machen und später den Kampf aufzunehmen. Selbst Entwickler Eiji Aonuma sprach über diese Möglichkeit feige zu sein in mehreren Interviews zum Spiel. Es kann das eigene Leben retten und nicht jeder sichtbare Gegner im Spiel muss auch einen unausweichlichen Kampf bedeuten. Man kann sich mit Link zurückziehen, sich im hohen Gras ducken und beobachten, oder auch mit Pfeil und Bogen aus der Ferne agieren. Man kann auch mitten in einem schweren Kampf das Weite suchen und rennen. Vielleicht rennt man schnell auf eine nahe Klippe zu, springt und öffnet das Segel. Weg ist man und hat die eigene Haut gerettet. Auch solche Erfolgserlebnisse bietet das Spiel und macht dadurch noch mehr Spaß.

Inventarsystem, Rezepte und kaputte Waffen

„The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ definiert ein ganzes Genre neu. Vielleicht sehen Texturen bei Spielen auf der Playstation 4 schärfer aus und die Games bieten mehr Polygone, aber dieses Spiel ist einfach gigantisch toll geworden. Es ist Film, Abenteuer, Open World Game und einfach ein ganz neues Erlebnis von Fans von Nintendo. Dabei ist der Charme der Reihe aber überall spürbar. Das sind manchmal kleine Geräusche, die Textblöcke, oder auch bekannte Orte wie Kakariko. Neu und erfrischend ist die Sprachausgabe bei wichtigen Figuren und Szenen. Das ist eine echte Überraschung und tut dem Spiel sehr gut, weil dadurch die Zwischensequenzen aufgewertet werden. Die wichtigen Charaktere sprechen mit einem und werden somit fühlbarer. Es bringt einfach noch eine Ladung mehr Emotion und Tiefe in dieses Spiel, wenn die Geschichte von Link, Ganon und Hyrule von einer menschlichen Stimme erzählt werden. Die Lokalisierung für den deutschen Markt würde ich dabei als sehr gelungen ansehen. Die Stimmen passen, das Gefühl ist da und man spürt die Liebe zum Detail. Allerdings muss man sich auf eine längere Eingewöhnungsphase bei der Steuerung einstellen. Hier fuchtelt man nicht kurz mit einer Wiimote, sondern jede Taste der Nintendo Switch ist belegt und doppelt belegt. Da muss man sich mehrere Stunden geben, um wirklich sicher mit dem Inventar und der Belegung der Tasten zu sein.

Es ist ein echtes Abenteuer und fühlt sich toll an

Ich versuche hier wirklich wenig über die tolle Geschichte und die neuen Dungeons zu schreiben, weil man damit den Lesern zu viel Spielspaß nehmen würde. Es ist anders, wunderschön inszeniert und nicht mehr do dröge. Alles wirkt aufgelockert und man absolviert viele Teile im Spiel gern, weil man dabei auch gleichzeitig an neue Orte gelangt. Nur auf sein Inventar muss man immer besonderes Augenmerk legen. Zwar kann man zu Beginn im Spiel einfach immer wieder ein paar Äpfel sammeln, futtern und damit seine Herzen auffüllen, doch später im Spiel muss man sich Nahrung zubereiten, Rezepte sammeln und sich auch immer die passende Kleidung für die verschiedenen Gebiete bereithalten. Vor allem kann man sich auch mit Pferden eindecken, mit mehr Stamina länger und damit höher klettern und wieder neue Bereiche im Spiel erkunden. Mit der passenden Kleidung kann man dann sogar auch Wasserfälle hochschwimmen. Irgendwann wird man dann den Gang zu Ganon wagen. Sehr wahrscheinlich wird man bei den ersten Anläufen scheitern und die Kinnlade wieder einfangen müssen. Besser bewacht sein ist nur schwer möglich. Vor allem aber muss man auch bei den kleinen Kämpfen mit Schurken auf der Karte mitunter mitten im Kampf neue Waffen auswählen, Nahrung futtern und immer bereit sein mit dem Inventar zu arbeiten.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild [Nintendo Switch]
186 Bewertungen
The Legend of Zelda: Breath of the Wild [Nintendo Switch]
  • Nintendo
  • Videospiel
  • Auflage Nr. Standard (03.03.2017)

Ein neues Zelda für eine neue Generation

„The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ erinnert oft an die Anfänge auf dem NES. Es ist eine echte Welt und es gilt sie auf die eigene Weise zu erkunden. Man bemerkt auch den starken Einfluss der Wii U, denn es erscheint auch noch für die alte Konsole und war dafür lange in der Entwicklung. Wäre das Spiel gleich für die neue Nintendo Switch Konsole entwickelt worden, so hätten viele Texturen wahrscheinlich noch sehr viel schärfer und nicht so verwaschen ausgesehen. Allerdings ist das echt egal. Jeder Sonnenuntergang und jeder Flug mit dem Parasegel ist einfach wunderschön anzusehen, man kann das komplette Spiel mobil zocken und hält Hyrule in der Bahn zwischen seinen Händen. Wir werden es noch lange spielen und immer wieder starten, weil man „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ zwar bei der Story durchspielen kann, aber ein richtiges Ende hat dieses Spiel nicht. Vor allem hat Nintendo noch DLC für das Spiel angekündigt. Hat man das Spiel erst einmal durchgespielt, so versteht man die Entwickler und ihren Wunsch noch DLC für das Spiel anzubieten. Diese Welt ist zu groß und schön, als dass man sie nun als final betrachten sollte. Es ist ein echtes Meisterwerk und bis auf ein paar wenige Framedrops und verwaschene Texturen perfekt geworden. Es ist das perfekte Zelda-Spiel.

Zweite Meinung von Benny

Das neue Zelda ist zweifelsohne eine Wucht. Die Welt mit ihren wirklich besonderen und toll gezeichneten Charakteren macht im Grunde schon alleine was her. Nach dem eher blasen „Skyword Sword“ brauchte Nintendo´s Adventure-Reihe einfach dringend frische Impulse. Open-World liegt derzeit im Trend, also musste auch Zelda eine offene Welt bekommen. Einziger Unterschied zu anderen Entwicklern – Nintendo macht sie interessant sowie glaubwürdig. Wanderer treffen wir auf dem Weg, kleine Pop-Up Szenarien wie Bossgegner tauchen auf – hier wurde mitgedacht. Die Gegner sind allesamt verschieden designt, verlangen dadurch eine eigenständige Taktik. Das lobt sich! Leider muss man im Gegenzug sagen, dass trotz der „Wir machen alles neu“-Devise, die Waffen nicht immer nach 8 Schlägen zerspringen hätten müssen. Das nervt besonders am Anfang und macht das ohnehin schwere Zelda noch frustiger. Allgemein wirkt Link´s neuestes Abenteuer doch sehr anspruchsvoll. Hier darf man ruhig Parallelen zum ebenso großartigen „Witcher 3“ ziehen. Hyrule lässt mich trotz hohem Schwierigkeitsgrad nicht links liegen und ist ein Glücksfall für das an sich maue Launch Line-Up der Nintendo Switch.

Zelda Breath of the Wild im großen Test für die neue Hybridkonsole von Nintendo. Wie schlägt sich der neueste Ableger der Zelda Reihe für die Nintendo Switch Konsole? Wir haben für euch Hyrule ausgiebig erkundet und sind gegen Ganon angetreten. Zelda: Breath of the Wild - Hyrule ist riesig Wir haben den neuesten Teil der Zelda-Reihe für die neue Konsole von Nintendo getestet. Somit waren wir nicht mehr nur an den Fernseher im Wohnzimmer gebunden, sondern haben mit Link auch Hyrule nachts im Bett und in den U-Bahnen von Hamburg erkunden können. Allein dieses Erlebnis ist nicht einfach zu beschreiben.…
Es ist das perfekte Zelda Spiel. Hyrule macht endlos Spaß und Nintendo hat wirklich viel Liebe zum Detail walten lassen. Mit Breath of the Wild werden wir noch Monate Freude haben.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Spielspaß - 10
Gameplay - 9.8
Grafik - 9.5
Technik - 9.5

9.7

Es ist das perfekte Zelda Spiel. Hyrule macht endlos Spaß und Nintendo hat wirklich viel Liebe zum Detail walten lassen. Mit Breath of the Wild werden wir noch Monate Freude haben.

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